61 Minuten 27 Stationen

 


Das Projekt

Grossstadtimpressionen im Wechsel …

Grossstadtimpressionen im Wechsel der Jahres- und Tageszeiten, Ausblicke auf Vororte und Bahnhöfe im Rhythmus der Haltestellen: Der Blick aus der Berliner Ringbahn wird Partitur, spielt der musikalischen Improvisation und Komposition Takte, Rhythmen und Fermaten zu.

Die Geräuschkulisse der S-Bahn mischt sich mit elektronischen Klangmodulationen, und im Schnitt der filmischen Aufzeichnung nimmt die Reise fiktive Züge an.
61 MINUTEN 27 STATIONEN: Das ist das Ergebnis von Bild- und Tonarbeit, Live-Musik und Rauminstallation, Film und Fahrplan.

Der visuelle Ausgangspunkt …

Der visuelle Ausgangspunkt von 61 MINUTEN 27 STATIONEN bildet die historisch bedeutsame Ringbahn Berlin. Die Ringbahn bezeichnet den Bahnring um die Innenstadtbereiche Berlins. Erst 12 Jahre nach dem Mauerfall wurde die letzte Lücke der Bahnstrecke geschlossen und ist seit 2002 wieder durchgehend befahrbar. Mit einer kompletten Fahrt über 27 Stationen führt die Ringbahn in 61 Minuten durch diesen historisch und kulturell vielschichtigen Kontext.
Die Strecke wurde mehrmals mit je zwei Kameras simultan während verschiedenen Jahres- und Tageszeiten gefilmt. Das Videomaterial bearbeitet, dabei wurde die reale Fahrzeit von 61 Minuten und die Struktur der Stationen beibehalten. Dazu entstand eine Musikkomposition für das ensemble contraire (Flöte, Klarinette, Klavier und Elektronik).

61 MINUTEN 27 STATIONEN lotet verschiedene Möglichkeiten der Verbindung von Film und Musik aus. Dies wird auf zwei unterschiedliche Arten an das Publikum vermittelt: Einerseits mit einer Video-DVD und andererseits ist das Werk als Live-Aufführung zu sehen.

Die Mitwirkenden
  • Film: Monika Rechsteiner, Benjamin Krieg
  • Komposition & Elektronische Bearbeitung: Rob Hoare
  • Musik: ensemble contraire; Judith Rickenbacher, Marc Bätscher, Michael Müller
  • Live-Elektronik: Lorenz Schuster
  • Bühne: Monika Rechsteiner
  • Produktion: ensemble contraire, Monika Rechsteiner

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Der Film

Die äußere Bewegung der Umgebung kann wie ein Fernantrieb für die innere Bewegung wirken, für Gedanken, Assoziationsstöme, Gefühle, Träume. Die Reisezeit wird zur Augenzeit.

Basis von 61 MINUTEN 27 STATIONEN

Basis von 61 MINUTEN 27 STATIONEN sind mehrere Videokamerafahrten auf dem Berliner S-Bahn-Ring, aufgenommen in den Jahren 2005 bis 2007 zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten. Die Grundstruktur ist in 61 Minuten Reisezeit und 27 Streckenabschnitten Reiseweg vorgegeben.

Innerhalb dieses Rahmens ist das gesammelte Videomaterial Ausgangspunkt einer audiovisuellen Komposition. Die Dinge verschieben, sie verschachteln sich. Der Strom des vorüber gleitenden Bildes wird gebrochen, zerschnitten, umgeleitet, in Einzelbilder oder Intervalle zerlegt, aufgesplittet und wieder neu zusammengefügt. Sommer trifft auf Winter, Morgen auf Nachmittag. Es entsteht ein Fluss von Bildern und Tönen, der zwischen der vermeintlichen Repräsentation von Realität und ihrer traumzeitlichen Abstraktion changiert.

Es sind nicht in erster Linie die Menschen, die in diesem Bildstrom porträtiert werden, sondern ihr möglicher Blick auf die Landschaft der Stadt im Modus des Reisens. Die Geschichten liegen hinter dem Auge des Betrachters.
Nur an den Haltepunkten, den Stationen treten Menschen auf, werden zu Akteuren scheinbar choreografierter Mikronarrationen im Bild.

2009 | 61 (+) min. | Farbe | Format: 4:3 | Stereo | Dolby Digital 5.1
Videoaufnahme und Schnitt: Monika Rechsteiner und Benjamin Krieg

film
Hier können Sie einen Ausschnitt betrachten.

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Die Musik

Komposition & Elektronische Bearbeitung: Rob Hoare
Musik: ensemble contraire; Judith Rickenbacher, Marc Bätscher, Michael Müller
Live-Elektronik bei den Aufführungen: Lorenz Schuster

Musik und Filmschnitt entstanden in einem parallelen Prozess, mit dem Ziel, eine Gleichwertigkeit von Bild und Ton zu erhalten. Äquivalent zum Bild ist die Musik als durchgehendes, einstündiges Stück, sowie als Werk mit 27 „Sätzen“ angelegt. Die Komposition tritt in einen Dialog mit dem Originalton des Filmes. Geräusche und Klänge in Zugwaggons und in Bahnhöfen, welche die Reisenden begleiten, verschmelzen mit instrumentalen und elektronischen Klängen.

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In intensiven Probephasen erarbeitete das ensemble contraire zusammen mit dem Komponisten Rob Hoare ein Konzept, welches erlaubt, spontan auf die Atmosphäre und Stimmungen der Aufführung zu reagieren. Kompositorische Abschnitte und Improvisation treiben sich gegenseitig an, unterstützen visuelle Spannungsbögen oder durchbrechen sie. Die klangliche Vielfalt des Ensembles (Flöten, Klarinetten, Klavier), erweitert durch Live-Elektronik, tritt in den Vordergrund.
Die vier MusikerInnen kommentieren und interpretieren musikalisch die visuellen Eindrücke und setzen Akzente. Bild und Ton ergänzen sich, Klänge mischen sich mit den Geräuschen der Bahn, Improvisation und Komposition verdichten sich zu einem neuen Gesamteindruck.

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Die Aufführungen

Termine

In der Schweiz:

  • Samstag 13. Juni 2009 – 19.30 Uhr
  • Sonntag 14. Juni 2009 – 11.00 Uhr
  • fahrbar-depot | Walzwerk Münchenstein
  • www.fahrbarteam.ch

In Deutschland:

BERLIN
2. Lange Nacht der Opern und Theater

Bilder der Aufführungen

Aufführungen

Ansichten der Aufführungen

Die Bühne

Die Projektionsfläche beschreibt im Raum eine Kreisbewegung, die parallel zum Filmloop, in der Aufführungszeit von 61 Minuten an ihren Ausgangspunkt zurückkehren wird.

Die Besucher sind eingeladen, sich frei im Raum zu bewegen, und die akustischen und visuellen Eindrücke aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen, sie werden selbst zu Reisenden.

Bühne: Monika Rechsteiner

Bilder der Bühne

Ansichten der Bühne

Konzertdokumentation
konzertdoku

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Die Künstler

ensemble contraire

Judith Rickenbacher (Flöten), Marc Bätscher (Klarinetten), Michael Müller (Klavier)
Gast: Lorenz Schuster (Live-Elektronik)

Das ensemble contraire wurde im Jahr 2002 in Basel gegründet mit dem Ziel, in der zeitgenössischen Musik neue Wege zu gehen. Die Grundidee des Schweizer Ensembles klingt bereits im Namen: Gegensätzliches soll zusammengeführt, Ähnliches verwandelt und entfremdet werden. Die Besetzung, welche sämtliche Abstufungen von Flöte, Altflöte, Piccolo, Klarinette, Bass- und Es-Klarinette, Bassetthorn, Klavier bis zum präparierten Klavier einschliesst, bringt dies weiter zum Ausdruck und definiert den Begriff des klassischen Ensembles neu. Mit seinen Konzerten will das ensemble contraire herausfordern und gleichzeitig zwischen zeitgenössischer Komposition und Publikum vermitteln.
Seit der Gründung hat das ensemble contraire verschiedenste Werke in Auftrag gegeben und in Konzerten in der Schweiz uraufgeführt: „All songs are good“ von Alfred Felder (2004), „gegenluft...“ von Bernhard A. Batschelet (2005), „Echo for Arianna“ von David Sontón-Caflisch (2006), „This must be the wood, where things have no names“ von Werner Bärtschi (2008). Ausserdem wirkte das Ensemble 2006 im Musiktheaterprojekt „Die Seele wiegt 21 Gramm“ am Stadttheater Chur mit (Regie: Manfred Ferrari - ressort k, Musik: David Sontón-Caflisch).
Für die Aufführungen von 61 Minuten 27 Stationen wird das ensemble contraire durch den Audiodesigner Lorenz Schuster erweitert. Als vierter Musiker tritt seine Live-Elektronik in Dialog mit den akustischen Instrumenten und dem Originalton der Filmprojektion.

Monika Rechsteiner

Lebt in Basel und Berlin. Freiberufliche Tätigkeit als Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin. Absolventin der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern, 2004 bis 07 Masterstudiengang an der Universität der Künste Berlin, Gasthörerin Experimentelle Mediengestaltung. Seit 1998 zahlreiche Ausstellungs-und Festivalbeteiligungen in der Schweiz, Deutschland, Finnland, Holland, Kanada. Atelierstipendien in Nairs, Scoul, Binz 39, und Helsinki, iaab, Basel. 2007 Werkbeitrag Ausserrhodische Kulturstiftung. 2008 TAWISUPLEBA [Essay-Film 38 min.] u.a. an den Solothurner Filmtagen.

Benjamin Krieg

(geboren 1977). Freier Bildautor, -gestalter und -monteur [Fotografie&Video]. Studierte Film- und Kommunikationswissenschaft an der FU und Experimentelle Mediengestaltung an der UdK Berlin. Arbeiten u.a. 2007 die Tanz-Video-Performance für immer bei den Tanztagen in den Sophiensaelen Berlin (Choreographie: Kirsten Burger), 2008 die 16mm-Filminstallation through (Contact Photography Festival Toronto 2008, Berlinale Forum Expanded 2009 u.a.), Mitglied der freien Gruppe Oper Dynamo West. 2009/10 Stipendiat im Rahmen der künstlerischen Nachwuchsförderung des Landes Berlin.

Rob Hoare

Seit 1994 hat der in Toronto geborene Saxophonist, Komponist und Textdichter Robert Hoare in einem sehr vielfältigen Spektrum von Tanz, Theater, Film und Studioaufnahmen mitgewirkt. Seine Musik ist bereits auf Festivals in Kanada und Europa gespielt worden.
2005/6 - 40‘30‘‘ 100 Anecdotes Audio-DVD Veröffentlichung. 2007 - Komposition ‚First Law‘ für präpariertes Klavier und digitale Audio Bearbeitung 2007 Festival Synthese IMEB Bourges, France - Festival CD Rom. 2007 Deep Wireless Radio Arts Festival Komposition ‚Transatlanische Zeitzonen‘.

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Die DVD

DVD 61 MINUTEN 27 STATIONEN

Die Bahnreise im Film entspricht mit ihren 61 Minuten und 27 Stationen exakt einer Runde der Berliner Ringbahn. Der Start und das Ziel der Fahrt ist bei dieser DVD frei wählbar.
Somit kann der Betrachter selber bestimmen, wie bei einer richtigen Fahrt mit der Ringbahn, ob er nur ein kleines Stück (z.B. von Gesundbrunnen nach Schönhauserallee und dann von Tempelhof nach Südkreuz) oder in einer Stunde den ganzen Ring befahren möchte. Mit dem Bestimmen der verschiedenen Ausgangs- und Zielstationen wird die Länge und Abfolge der Reise variabel.

Die Tonspur dieser DVD lässt sich über Stereo oder über 5.1 Surround Sound abspielen. Die Möglichkeiten des Surround Sounds werden bei 61 Minuten und 27 Stationen gezielt genutzt, um die Kreisbewegung der Ringbahn aufzugreifen. Wird eine ganze Runde «gefahren», endet das räumlich-akustische Erlebnis nach 27 Haltestellen an ihrem Ausgangspunkt.

Credits

Film | DVD-Herstellung | Ton-Design: Monika Rechsteiner und Benjamin Krieg
Komposition & Elektronische Bearbeitung: Rob Hoare
Musik: ensemble contraire; Judith Rickenbacher, Marc Bätscher, Michael Müller
Musikaufnahme | Tonmischung: Tonstudio Thommy Hein, Berlin

2009 | 61 (+) min. | Format: 4:3 | PAL | Stereo | Dolby Digital 5.1 | DVD Menü: deutsch

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dvd
DVD-Box

Preis: 40.- CHF | 27 € + Versandkosten

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Kontakt

ensemblecontraire [at] gmx.ch

Marc Bätscher
Mostackerstrasse 12
CH-4051 Basel
Telefon 0041(0)61 261 05 66

Sponsoren

Wir danken folgenden Sponsoren für die Unterstützung dieser Produktion:

  • Heivisch
  • Ernst Göhner Stiftung
  • Artephila Stiftung
  • Isabelle Zogheb Stiftung
  • GGG Basel
  • Schweizerische Interpretenstiftung
  • fahrbar

Grafik und Website: muenchundmuench-design

Rechtliche Hinweise

Urheberrecht
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